Alltag, Leben und die Kunst darin und daran.

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Mein Nächstes Leben

Geschrieben von alltagskunst am September 2, 2008

So. Jetzt bin ich also Zivildienstleistender.

Ich hab schon in der Schule gewusst, dass die Schulzeit eine sehr besondere Zeit ist. Ich hab vor einem Jahr schon gesagt, dass man wohl nie wieder so viel sozial aktiv sein wird, wie in der Schule. Ständig von Gleichaltrigen, vorallem von Freunden umgeben, die Schule zwingt einen, Kontakte zu knüpfen und zu halten. Es gab genug Leute, die ich nur in der Schule gesehen habe, und da ich auf einer Ganztagsschule war, hat diese Zeit ja auch immer ausgereicht. Man hatte Freizeit zusammen, jeden Tag von 8 bis 5 die gleichen Leute, mal verstand man sich mit diesen, mal mit jenen besser, aber man konnte sich über Langeweile wohl selten beklagen. Und jetzt ist es vorbei.

Was bleibt, ist mein Kreis an engen Freunden, der durch gewisse Personen sehr ins Wanken geriet, aber nun ist der das, was mir von der Schule übrig geblieben ist. Die Leute, mit denen ich mich immer gut verstand, sind es jetzt, mit denen man seine Zeit verbringt. Im Urlaub war das auch alles schön und gut, jeder war ein klein bisschen beschäftigt mit der Suche nach einer Zivildienststelle oder einem Studien- bzw. Ausbildungsplatz, aber man hatte quasi Ferien, Zeit für das Leben, und ich muss sagen: Schön wars.

Ein Gedanke beunruhigte mich aber schon die ganze Zeit. Was passiert, wenn das alles wieder geordnete Bahnen annimmt? Wie wird es sein, wenn ich eine Zivildienststelle gefunden habe, meine Freunde für ein Studium in eine andere Stadt gehen, und ich im Alltag gefangen sein werde? Jeden Tag um 8 in die Arbeit, um 4 nach Hause kommen, und dann nichts zutun haben, weil die Freunde alle weg sind, eine wirklich nicht gerade schöne Vorstellung.

Nun ist mein 2. Tag als Zivi zu Ende, und wenn es so weiter geht, dann werde ich eingehen. Ich hab darauf wirklich keine Lust…

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Elektronische Tanzmusik

Geschrieben von alltagskunst am August 28, 2008

Gestern war ich in der Stadt. Das hat nicht viel mit elektronischer Tanzmusik zutun, aber so fang ich jetzt einfach mal an. Dort leistete ich einer Freundin Gesellschaft, die für sich eine WG in München sucht, da sie dort bald zur Schule gehen wird. Es dauerte ewig, war zum Schluss hin sehr sehr anstrengend und naja, sie war mir jedenfalls dankbar, dass ich so tapfer geblieben bin und gab daher nach verrichteter Arbeit ihre letzten 10€ für Bier aus, welches wir in der Zeit, die uns noch bis zur Abfahrt ihres letzten Zuges blieb, konsumierten.

Auf dem Heimweg kam er dann zur Vollendung, der Gedanke, den ich gerade aufschreibe. Ich ging gerade meines Weges, ein tolles Set eines tollen DJs auf den Ohren, halb gehend, halb tanzend, als es passierte.

„Electro, neee, das is doch immer das gleiche..“, auf einmal verstand ich, warum es genau so ein musste.

Das Mitgefühl, das ich empfand, für diesen einen Takt, der immer wieder kehrte, die Ausgelassenheit, das Wegdriften in die Musik, wie unmöglich wäre das ohne die Wiederholung eines einzelnen Taktes? Auch im Club, nach einem hammer Übergang, der Steigerung der Musik bis ins Unendliche, beim erneuten Einsetzen der Base-Line, wie explodiert man da innerlich, wie ist man da Eins mit der Musik.. und wie schnell wäre dieses Gefühl auch wieder weg, wenn man sich nicht in den Takt hineinleben könnte, wenn man nicht verschmelzen könnte mit ihm, wenn er nicht bleiben würde.

Ich bin froh, dass mein Gehirn so ausgerichtet ist, dass es Electro gut findet, und mir tun alle Leute leid, bei denen es ist nich so ist. Ich liebe einfach dieses Übergehen in eine andere Welt, das Eins sein mit der Musik, alles um sich herum vergessen. Es ist wie Hypnose, und das wichtigste ist, dass die Musik nie aufhört.

Interessant wäre, fällt mir gerade spontan ein, den Hörvorgang beim Hören von (elektronischer) Musik zu sehen. Hinter Hammer, Ambos und Steigbügel befindet sich doch diese Schnecke, die mit Flüssigkeit gefüllt ist, und die Reize der Gehörknöchelchen übernimmt. Diese Reize würde ich gerne sehen. Sie müssen etwas Schönes an sich haben.. Ich habe mich schon immer gefragt, wie Electro wohl aussehen würde, hätte er/sie/es eine Gestalt. Vielleicht finde ich ja auch hierfür irgendwann eine Lösung.

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Das Phänomen Sitzplatz im Zug

Geschrieben von alltagskunst am August 12, 2008

Neulich stand ich mit meiner Freundin am Bahnhof. Wir warteten auf den Zug, und nicht nur wir taten das. Der Bahnsteig war ziemlich voll, und das schwüle Wetter tat zu der eh schon ungünstigen Situation sein Übriges. Noch mehr Faulheit machte sich in mir breit, ich wollte mich hinsetzen und dachte an den Zug, der hoffentlich noch einen Platz für meine Freundin und mich frei hat.

Zack.

Mit einem mal wusste ich, uns erwartet ein denkwürdiges Ereignis. Bald werde ich viele viele Menschen sehen, die eine der unterhaltensten Verhaltensweisen an den Tag legen, die es gibt. Ich konnte es kaum erwarten, bis der Zug endlich kommt. Jedes Mal aufs Neue ist es ein Spagat aus Genuß und Wut, dieses unterhaltsame Spiel zu spielen, bei dem alle mitmachen, ohne es zu wissen, die Jagd auf den Sitzplatz.

Man unterscheidet hier drei Phasen:

Phase 1 beginnt, sobald der Zug in Sichtkontakt tritt, bei besonders ehrgeizigen Spielern schon früher. Geschickt bewegt man sich in Richtung des Bahnsteigrandes, wobei es gilt, Schnelligkeit und Unauffälligkeit zu vereinen, schätzt, wo wohl die Türen des Zuges bei seinem Stillstand sein werden, wägt ab, ob es klüger ist, sich zu stetig größer werdenden Ansammlungen noch frühzeitig zu stellen, um für sich eine günstige Postition herauszuarbeiten, oder lieber die Zwischenräume aufzusuchen, in der Hoffnung, somit erster und einziger Spieler vor der Tür zu sein, um sich auf diese Weise beste Erfolgschancen zu sichern. Verläuft dieser Teil der ersten Phase nicht nach Plan und die Ausgangsposition ist schlecht, ist jedoch noch nicht aller Tage Abend. Diverse Tricks können einem nun helfen, wieder Punkte gut zu machen und vermeindlich besser stehende Spieler doch noch zu überholen. Beispielsweise beim Verschieben der Spieleransammlungen bei Stillstand des Zuges in Richtung Tür. Wichtig ist hierbei, das richtige Mittelding zwischen Ellenbogen und Zurückhaltung zu finden, es muss so aussehen, als wäre das Schicksal zufällig auf der eigenen Seite. Natürlich während dessen nicht vergessen, die optimalen Bedingungen für Phase 3 zu schaffen, indem man die Verteilung der nahe liegenden freien Sitzplätze analysiert und sich besten Falls einprägt.

Phase 2 beginnt mit dem Öffnen der Türen. Hier zeichnen sich die ersten Gewinner ab, denn die besten Chancen auf einen Platz hat derjenige, der auf den Türöffner drückt(, auch wenn sich die Tür durch den früheren Druck des im Zuginneren befindlichen Passagier öffnet, Hauptsache man hat gedrückt). Sobald sich die Türen öffnen, ist es wichtig, dem Strom der aussteigenden Leute zu entweichen, um sich nicht unnötig zurückfallen lassen zu müssen, und so doch noch zu verlieren, also bewegt man sich so von der Tür weg, dass den aussteigenden Massen, die sich in Richtung Ausgang bewegen, nicht im Weg steht, aber auch nicht zu weit seitlich, um nicht von anderen Spielern verdrängt zu werden. Unmittelbar nachdem die Leute ausgestiegen sind, bewegt man sich ins Wageninnere, bzw auf dem schnellsten Weg dorthin vorbei an möglichst vielen Gegenspielern.

Nun beginnt die heiße Phase 3. So schnell wie möglich fixiert man einen aus Phase 1 gemerkten freien Platz und besetzt diesen. Falls dies durch etwaige Umstände unmöglich gemacht wurde, heißt es improvisieren. Man geht in die Richtung, in der der Großteil der Plätze liegt, steht man also im Zug weiter vorne, geht man nach hinten und umgekehrt. Hierbei kann man nur auf sein Glück hoffen und auf Spieler, die sich aus Prinzip nicht neben Gegenspieler setzen, sondern ausschließlich komplett freie Platzpartien besetzen, und so wichtige Freiräume entstehen lassen.

Ich liebe dieses Spiel, ich liebe es, mir des genauen Vorgangs um mich herum vollkommen bewusst zu sein und ich liebe und hasse es gleichzeitig, zu sehen, mit welchem Eifer einige Leute spielen. Faszinierend sind außerdem die zahlreichen Eigenheiten und Regelmäßigkeiten, die dabei zum Vorschein kommen. Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, vermeiden zu müssen, sich neben andere Leute zu setzen und dies erst zutun, wenn keine andere Möglichkeit mehr offen ist(, wobei einige Leute scheinbar lieber stehen, als sich neben jemand anderen zu setzen). Genauso umgekehrt, diese Leute, die neben (und in Extremfällen zusätzlich vor) sich eine Tasche oder irgendein anderes Platz-besetzendes Mittel haben. Ich hasse sie. Ich hasse sie soooo sehr.

Es ist jedoch trotz einiger gemütsverstimmender Gegebenheiten immer wieder schön, dabei zu sein, um diese hohe Kunst der Menschen zu beobachten, wie sie versuchen, Unauffälligkeit und Durchsetzungskraft zu vereinen, wie sie sich nach vorne Kämpfen, und dabei so tun, als wäre ihnen ein Platz so egal wie Putzfrau, die diesen dann reinigt.

Ich kann nur jedem empfehlen, dieses Ereignis einmal bewusst wahrzunehmen. So wird man ein besserer Spieler und gleichzeitig hat man mehr Spaß am Zug fahren.

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Das Leben eines Träumers und Denkers

Geschrieben von alltagskunst am August 12, 2008

Hallo.

Nicht gerade der beste Anfang, für den wahrscheinlich nicht gerade besten Blog. Ob das hier wohl irgendjemand lesen wird, frage ich mich wohl jetzt noch zurecht, wo ich doch nicht einmal weiß, ob mein Durchhaltevermögen groß genug sein wird, um hier wirklich etwas auf die Beine zu stellen, das sich sehen lassen kann.

Durchhaltevermögen. In meinem Leben ist davon nicht viel vorhanden. Dinge wie den Besuch beim Zahnarzt, den Abschluss des Führerscheins, das Aufräumen meines Zimmers, alles schiebe ich immer weiter vor mir her. Es ist belastend, einfach keine seiner eigentlichen Pflichten zu erfüllen, und obwohl es so einfach wäre, kann ich es trotzdem nicht. Ich wache auf und weiß, was ich zutun habe, den ganzen Tag über, solange, bis ich schließlich weiß, was ich heute wieder nicht getan habe. Das hört sich alles total dumm an, und ich kann jeden verstehen, der sich bei diesen Zeilen seinen Teil denkt, aber so ist es bei mir einfach. Seid froh, dass ihr dieses Problem nicht habt.

Nunja, allerdings bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass ich dagegen etwas tun muss. Ich möchte mir selbst eine Aufgabe geben, die mir hilft und ein Ventil für meine zahllosen Gedanken gibt. Damit wären wir wohl beim Thema, denn das, was dieser Blog im Folgenden beinhalten wird, ist einfach das Leben aus der Sicht eines Träumers und Denkers, und ich wünsche allen, die sich hier her verirren, viel Spaß beim Lesen.

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